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50 Shades of Grey- Ein Pseudoporno im Rosamunde Pilcher-Filter

Ahoi Liebe Flauschis!

Dieser Beitrag enthält Spoiler. Macht bei dem Film aber auch nicht wirklich was aus.

Gestern war ich im Kino. Zusammen mit gefühlten drölfzighundert anderen weiblichen Wesen um DEN Film 2015 zu sehen- 50 Shades of Grey. Man könnte ihn auch 125 Minuten of Langweile nennen aber dazu später.

Schon als der 1. Trailer letztes Jahr auf allen Social Media Kanälen bis zur Besinnungslosigkeit geteilt wurde, war mir klar: Das wird nix.

Wenn mir bei einem Trailer schon die Eierstöcke einschlafen, wie soll das dann bei einem kompletten Film werden?

Aber ich bin von Natur aus sehr neugierig und habe mich ins Kino begeben. Es war quasi meine journalistische Pflicht- auch wenn ich dabei draufgehen sollte.

Im Vorfeld hörten wir bereits, dass die „Action“ erst nach ca. 1 ½ stunden losgehen sollte. Ich bin kein Mathegenie aber wenn der Spaß erst nach 90 Minuten losgeht und der Film insgesamt 125 Minuten dauern soll..also, nunja.

Tatsächlich waren die ersten 90 Minuten eher schleppend. Sie lernen sich kennen, sie verliebt sich, er cruist mit ihr im Helikopter rum, defloriert sie, schenkt ihr teure Sachen und zeigt ihr zuhause seine kleine aber feine Folterkammer. Was man bei den ersten 3 Dates halt so erlebt.

Als Anastasia eingehend die Gerten musterte, wartete ich nur noch darauf, dass sie fragt: „Christian, reitest du gerne? Ich liebe ja Ponys, diese kleinen dicken mit den kurzen Beinen sind voll süß!“. Den Gefallen hat sie mir leider nicht gemacht. Aber selbst nach der Folterkammer und dem Sklavenvertrag, den ein organisierter Mann wie Christian Grey natürlich immer im Handschuhfach hat (in allen 17 Autos), hat Anastasia, unsere kleine Intelligenzallergikerin, nicht gerafft, was der Christian für einer ist.

Nun wurde über den Vertrag verhandelt. Erst mal die Hälfte rausgestrichen und grundlegende Fragen wie „Was ist ein Analplug?“ geklärt. Christian sah sich nach gefühlten 12 Jahren Gebettel am Ziel, doch Anastasia unterschrieb wieder nicht.

Neben dem ewigen Lippengebeiße und Geheule von ihr war das am nervigsten. Kein Dom dieser Welt (ausser Mr. Grey) würde seiner Sklavin in Spe über Wochen hinterherrennen und sie gerade zu anbetteln.

Als ich gerade in Gedanken versank, über mein Leben und die aktuellen Angebote bei Aldi nachdachte gabs dann tatsächlich mal Action. Naja so Pseudo-Action.

Da wurde ein bisschen gefesselt, ein bisschen mit der Gerte gestreichelt und Anastasia, die so leicht entflammbar wie ein Polyesterkleid von Primark ist, hatte Spaß. Wenigstens einer.

Dazwischen gab es immer wieder Krisen. Der ganze Film war eigentlich ein einziges emotionales Drama für Anastasia.

Das Ganze gipfelte in 6 Schlägen (oder wie es ein Freund formulierte: „Schlagen ist kein schönes Wort. Ich nenne es eine „ermunternde verhaltenskorrigierende Maßnahme“) mit dem Gürtel von Mr. Grey. Das war zu viel für unsere zartbesaitete Anastasia. Es gab, man ahnt es, noch mehr Tränen. Aber nicht primär aus Schmerz, nein, Ana war das alles zu viel. Zwischenzeitlich hatte ich den Gedanken, dass sie vielleicht von Tempo gesponsert wurde.

Kurze Zeit später endete der Schinken auch schon. Man trennte sich am Aufzug, Ana heulte und Christian, naja, der stand halt da.

Ich habe es noch nie erlebt, dass bei einem Abspann das Publikum im vollen Saal erleichtert aufatmet. Man kann diesen Film wirklich als SM-Streifen betiteln- Es war eine Qual ihn auszuhalten. Von dem Masochismus des Publikums kann sich Ms. Steele ruhig mal eine Scheibe abschneiden.

 

So, aufmerksame Leser werden gemerkt haben, dass der Beitrag bereits auf dem Blog von Beate Uhse online war. Dort ist er leider nicht mehr zu finden.

Was sagt ihr zu dem Film? Habt ihr ihn schon gesehen und wenn ja, wie ist eure Meinung?

Liebe Grüße
Lisa

Foto: Marko Krenz

  • was für eine genial geschriebene Rezension! Ich hab den Film bis heute noch nicht gesehen (auch das Buch nicht gelesen), aber irgendwann muss das noch sein. Bin ja dank dir vorgewarnt, nicht zu viel zu erwarten. 😀