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Des Fräuleins Sonntagsanekdote- Cat scratch fever

LH11

Ahoi liebe Fräuleins und Herren von Welt!

Es ist schon wieder Sonntag und das bedeutet, es gibt einen neuen Schwank aus meinem Leben!

Meine Woche begann schon oscarverdächtig.
Da Nina Besuch vom Rauchmelderfritzen (wie der Name vermuten lässt überprüft er die Rauchmelder in der Wohnung) bekommen sollte und sie zu einem wichtigen Termin musste, meldete ich mich freiwillig um die vorübergehende Mieterin zu spielen.

Ich holte also beim Nachbarn den Schlüssel ab und im Augenblick als ich die Tür öffnete hörte ich schon liebliches fauchen. Wir haben bei unserem Masterplan völlig vergessen, dass Ninas Katze mit den Neugeborenen allein in der Wohnung wäre.
Die Beziehung zu Ninas Katze stand von Anfang an irgendwie unter keinem guten Stern. Von anfänglicher Antipathie schaukelte sich das ganze langsam aber sicher zu einer Chris Brown-Rihanna-Situation hoch. Ich bin übrigens Rihanna in dieser Metapher.

Kaum hatte ich die Wohnung betreten ging es also schon los. Ich ging ins Wohnzimmer, warf den Schlüssel auf den Tisch und ging ins Bad um kurz zu hyperventilieren. Während ich also nervös vor mich hin atmete führte sich die Katze wohl nochmal alle meine Gräueltaten ihr gegenüber (also NULL aber man weiss ja, dass Katzen über eine große Phantasie verfügen!) vor Augen und putschte sich nochmal richtig schön hoch.

Diese Katze wiegt vielleicht lächerliche 2 Kilo und ich für meinen Teil lebe seit meiner Geburt (wahrscheinlich waren sogar Katzen im Kreißsaal anwesend!!) mit Katzen zusammen und natürlich habe ich auch schon Katzen erlebt die mich nicht leiden konnten (In Worten: NULL!) aber sowas zeigt sich eher in Nichtbeachtung, Arroganz und einem angewiderten Blick (also eigentlich ganz normales Katzenverhalten).

Kaum stand ich also im Flur griff sie mich an. Das Fauchen hat sie wohl aus Gründen der Energieeinsparung vorrübergehend eingestellt. Wahrscheinlich kennt ihr alle diese low-Budget Kettensägenmassakerfilme in denen sich das blonde und meist dümmliche Opfer in Sicherheit wähnt, ihren Blick nach links schweifen lässt und rechts wie aus dem nichts eine Kettensäge aufjault?
Klingt einigermaßen gruselig? Willkommen in Lisas Welt!

Kaum war sie aus meinem Sichtfeld verschwunden, tauchte sie an anderer Stelle wieder auf. Diesmal noch aggroer (ist das ein Wort? Kann mal jemand bei Sido klingeln und fragen was die Steigerung von aggro ist? Aggro Berlin?) als zuvor. Ich bin kein Tierpsychologe aber ihr Blick war einigermaßen psychisch gestört. In meinem persönlichen Ranking „Gruseligste Sachen auf der Welt“ rangiert diese Katze nun ganz dicht hinter „Knabenchören“ und „Aufzüge voller Blut“.

Das ganze Schauspiel gipfelte darin, dass sie nach mir schlug und ich blutete (!!!). Was meint die bitte warum ich so blass bin? Ich bin gerade so anämisch, dass ich eine edle Blässe besitze aber keinen gesundheitlichen Schaden davontrage. Vorausgesetzt, ich verliere kein kostbares Blut durch sinnlos verursachte Verletzungen!
Da hörte der Spaß also definitiv auf und wir beide wussten, dass hier weder ein Mediator, noch ein klärendes Weibergespräch mit Haare kämmen und über Jungs lästern weiterhelfen würde.

Nachdem sie aufs Klavier sprang und sich auf Brusthöhe befand und mich anstarrte (ich bin mir sicher, dass sich ihre Augen nach hinten drehten), versuchte ich panisch meine Tasche zu packen. Ich sags mal so: den Einfall fand sie jetzt nicht mega. Also wieder Angriff von unten. Geistesgegenwärtig (zum Glück einmal nüchtern!) schnappte ich mit der einen Hand nach einem Wischmop und versuchte wie beim Curling die Katze von mir wegzuwischen, während meine andere Hand nach der verdammten Tasche griff.
Ihr werdet es ahnen: fand sie ebenfalls nicht lustig.

Nachdem sie sich erfolgreich im Mop verbissen und ich irgendwie vor die Tür kam, ließ ich die Türe einen Spalt offen. Keine Ahnung warum aber der Schlüssel lag ja noch auf dem Tisch und in meinem jugendlichen Leichtsinn bildete ich mir irgendwie ein, den noch holen zu können.

Nachdem sie jedoch auch die folgenden 10 Minuten mit einem furchteinflößenden Gesichtsausdruck (Mischung aus Jack Nicholson und mir selbst wenn ich höre, dass es wieder den Big Tasty* bei McDonals gibt- also 50% irre und 50% irre lüstern) an der Tür lauerte, gab ich das Vorhaben auf.
Ich übertreibe jetzt nicht, obwohl das auch sonst nicht meine Art ist, aber wäre ich ins Wohnzimmer zurückgegangen, hätte das SEK oder wenigstens die Feuerwehr mit einem Kescher und einem Betäubungspfeil anrücken müssen.

Ansonsten lief die Woche phänomenal weiter. Ich habe mir den Zeh (den neben dem großen Zeh, der übrigens bei mir größer als der Große Zeh ist- Günther Jauch hat das angeblich auch) dermaßen elegant angestoßen, dass er in den folgenden Tagen von Schlumpfblau zu Navyblau wechselte und mich mein Orthopäde mit den Worten „Keine angst, ich muss den Nagel nicht abmachen..der geht von allein runter“ zu beruhigen versuchte. Einen Zeh röntgen gleicht übrigens einer komplizierten Pilatesübung und ich habe 2 Nächte lang nicht schlafen können.
Vorteil: Ich bin mit meinem Hörbuch fertig (ich werfe mich sonst nach 2 Kapiteln in Morpheus‘ Arme).
Nachteil: Ich bin fertig mit meinem Hörbuch, konnte erst nach 1600mg Ibuprofen (nicht auf einmal) schlafen und so ein Zeh kann erstaunliche Schmerzen bereiten. Ein echtes Fest der Emotionen also.
Meine Freundin von gegenüber, ich nenne sie liebevoll „Spucki„, das ist unser geheimer Freundschaftsclub-Name (mich nennt sie glaube ich „Die Tusse, die immer so angewidert rüberschaut wenn ich 12 mal hintereinander auf den Gehsteig spucke“) hat mich ebenfalls überrascht, sie spuckt nämlich nicht nur nachts, weswegen ich wochenlang dachte, dass sich jemand auf regelmäßiger Basis vor meiner Haustür übergibt, nein, sie spuckt auch leidenschaftlich gerne zu allen möglichen Tageszeiten. Und auch gern auf Menschen. Und Autos.

*Fun Fact: Ich bin mal im Drive-In ausgerastet, als der Big Tasty angeschrieben war aber nicht mehr verkauft wurde. Ich stieg aus und schrie in den Automaten (O-Ton): „WAS HEIßT HIER KEIN BIG TASTY?! DA IS EIN PLAKAT UND ICH BIN 6 TAGE DRÜBER! ICH HAB DEN EIERSTOCKOVERKILL!“ Es folgten weitere Hasstiraden und es flossen glaube ich auch auf beiden Seiten Tränen. Ich muss wahrscheinlich nicht erwähnen, dass ich trotzdem keinen Big Tasty bekam und seitdem ein gern gesehener Gast bei McD bin.

Liebe Grüße
Eure Lisa